Heute Morgen sind wir leicht gestresst, denn wir müssen von unserem Hotel in Monzel mit dem Bus zurück nach Neumagen und haben nur eine halbe Stunde Zeit für das Morgenessen. Als ich beim Busfahrer die Billette nach Neumagen kaufen will, schüttelt der den Kopf und meint, er fahre nicht dort hin. Ich bin verdutzt, haben wir doch die Verbindung genau herausgesucht. Christof erklärt ihm dann, dass wir in Mülheim umsteigen, dann kapiert er … und sorgt in Mülheim auch dafür, dass wir in den richtigen Bus umsteigen. In Neumagen besuchen wir zuerst die Bäckerei „Wildbadmühle“ und kaufen uns belegte Brote für die Wanderung.

Auf der anderen Seite der Brücke geht es gleich bergauf, und wir wandern wieder durch die alte Kulturlandschaft. Die Taxifahrerin Frau Kreuch hat uns gestern erzählt, dass schon viele Rebberge aufgegeben wurden, und das sehen wir heute mit eigenen Augen. Die Natur erobert sich die nicht mehr bewirtschafteten Hänge zurück – teilweise wuchern auch Neophyten wie Goldrute oder Kanadisches Berufkraut. Aber oberhalb von Neumagen gibt es auch noch die typische karge Landschaft mit viel Gras, Traubeneichen und Besenginster.

Nach einem Marsch durch den Wald erreichen wir einen tollen Aussichtspunkt mit Absprungrampe der Trierer Drachenflieger. Hier legen wir eine Trinkpause ein, denn es wird schon wieder recht warm. Es ist heute leicht bewölkt, das ist ganz angenehm. Die Sicht ist aber trübe, vermutlich hat der stürmische Wind gestern sehr viel Staub aufgewirbelt.

Nun geht es ein gutes Stück durch Wald, den Christof langweilig findet, denn es ist ein Buchenwald wie daheim. Ich geniesse den Schatten. Es ist einfach immer wieder eindrücklich, wie angenehm das Klima an einem heissen Sommertag im Wald ist. Aber dann folgt ein Abschnitt, der uns quer durch die Piesporter Weinberge (Einzellage Piesporter Goldtröpfchen) führt, und auf diesem Weg hat man natürlich eine grandiose Aussicht.

Ausserdem kann man sich hier über die verschiedenen Böden informieren, der den Trauben den typischen Geschmack verleiht.

Wir wandern also so durch den Rebberg auf einem Natursträsschen, da kommt uns ein Auto entgegen … und noch eins, und noch zwei … also insgesamt etwa sechs oder sieben, es staubt wie wahnsinnig, aber das Lüftchen kommt von unten und bläst den Staub von uns weg (die Autos werden sehr viel staubiger als wir). Wir sind leicht irritiert, sehen aber nachher Wegweiser vom ADAC, der offensichtlich solche Routen im Angebot hat.
Wir verlassen nun den Rebberg wieder und lassen eine Moselschleife (Minheim) aus, indem wir direkt über den Hügel Richtung Wintrich laufen.

Wir können bereits Richtung Kesten und Osann-Monzel äugen, wo wir heute wieder übernachten werden. Aber der Moselsteig hat noch eine Schleife mit einigen Höhenmetern im „Hinterland“ im Ärmel, und wir dürfen weiterhin schwitzen. Wir wandern am Sauerbrunnen im Dreiselbachtal vorbei. Aus dieser Quelle soll schon Julius Cäsar getrunken haben. Es gibt eine schöne Kneipp-Anlage hier, aber leider kein Wasser …

Wir hätten ja ganz gerne unsere heissen Füsse gekühlt, aber so marschieren wir weiter und erreichen alsbald das Hotel, wo wir uns als erstes mit einer eiskalten Cola von innen erfrischen.




















































